I´ll take everything in this life.

Bevor ich gefahren bin, hat jemand zu mir gesagt, dass das was ich mache sehr mutig ist. Ich hab die Worte eher nicht für vollwertig genommen und lächelnd gedacht, das machen doch so viele. Und so viele können doch gar nicht mutig sein, oder? Jetzt weiß ich es besser. Auch wenn ich weiß Eigenlob stinkt, aber ich bin mutig. Weil ich alles Zuhause zurück gelassen habe und jetzt hier bin. Alleine. Und auch wenn man viele neue Leute kennenlernt, ist das was anderes. Es sind nicht die Menschen denen du dein Herz öffnest, mit denen du den Rest deines Lebens verbringen wollen würdest. Und ich weiß jetzt auch, dass ich diese Menschen hier nicht kennenlernen muss (was nicht heißt, dass es nicht passieren könnte), weil ich sie schon Zuhause habe. Der Mut, der am Anfang von allem stand, gewinnt jetzt viel mehr an Wert. Weil er mir durch schwere Zeiten hilft. Weil am Anfang alles toll und schön und neu ist und der Mut eigentlich erst dann gebraucht wird, wenn man Angst hat, wenn man sich einsam und kraftlos fühlt. Jetzt weiß ich eigentlich was Mut ist. Mut ist nicht vom Fünfer zu springen oder früher bei Klingelstreichen die Klingel zu drücken. Mut ist das was du brauchst wenn du alleine bist und etwas Neues beginnst. Mut ist so viel mehr als nur die drei Bustaben. Mut hat jeder, man muss nur den Schritt machen, um ihn zu gebrauchen.

Diese Woche ging so schnell vorrüber, dass es mich unglaublich überrascht. Am Freitag haben meine Gasteltern eine Verlobungs/Geburtstagsparty gegeben, bei der das alte Aupair und ich ausgeschenkt haben und zum Schluss noch ein wenig mitgefeiert haben. Wir alle waren dann sehr sehr spät im Bett und somit am nächsten Morgen/Mittag nicht zu allzu viel zu gebrauchen. Trotzdem habe ich mich am Nachmittag mit 3 anderen Aupairs in Waterloo getroffen. Von dort sind wir nach Shoreditch gefahren. Und wir alle hatten sofort das Gefühl eine andere Stadt zu betreten als wir die Underground Station verlassen haben. Das ist das besondere und schöne hier in London. Egal wo du bist, es fühlt sich immer anders an. Ich bin neugierig welche Bereiche ich noch alle kennenlernen werde. Dort haben wir dann in einem typisch britischen Café gegessen und es hat super geschmeckt und preislich auch seeehr zu empfehlen.

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Am Sonntag habe ich mich mit einem spanischen Aupair getroffen, mit der ich unseren Edinburgh Trip geplant habe. Wir sind eigentlich gar nicht wirklich zu der Planung gekommen, weil wir uns so viel zu erzählen hatten und uns super verstanden haben. Danach habe ich auch noch zwei Freunde von ihr kennengelernt, die ich auch sehr sympathisch fand. Nächstes Wochenende gehts nämlich nach Edinburgh. Mit dem Bus 9 Stunden von Victoria nach Edinburgh. Dort bleiben wir eine Nacht und fahren Sonntag Abend wieder zurück.

Außerdem habe ich danach noch meine liebsten Freundinnen aus Deutschland getroffen, da sie für ein Wochenende mit einem Kurs in London waren. Es war wieder so schön, ein kleines bisschen Heimat zu haben.

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Wir sind aufs London Eye gefahren, was auch in der Nacht eine Fahrt wert war. Danach sind wir noch etwas am Pier lang gelaufen und haben London in der Nacht genossen und geredet als hätten wir unendlich viel Zeit. Hatten wir natürlich nicht und sie mussten weiter, ich hab mich angeschlossen und wir sind zum Picadilly Circus gefahren, wo verhältnismäßig wenig los war.

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Heute haben wir die Ferien angefangen, in denen ich die Kids natürlich den ganzen Tag habe. Ich bin also mit ihnen zu einem der tausenden Parks/ Playgrounds gegangen, was super toll war. Besonders weil ich dort eine deutsche Mama kennengelernt habe, mit der ich mit bestimmt 3 Stunden unterhalten habe. Das tat unglaublich gut und sie hat sich auch direkt danach über Facebook bei mir gemeldet und gesagt, dass ich jederzeit für einen Kaffee und einen Hug vorbei kommen könne.

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Ich lerne hier immer wieder, dass man nicht verallgemeinern kann wer offen, wer distanziert und wer schwer zu beschreiben ist. Jeder Mensch ist anders und da kommt es manchmal gar nicht so sehr auf die Nationalität an. Vor einigen Tagen habe ich beim Aussteigen aus der Ubahn ausversehen eine englische ältere Dame angerempelt. Ich hab sie schlichtweg nicht gesehen und mich gleich entschuldigt. Da klingt sie ganz entsetzt und entschuldigt sich, dass sie mich behindert hätte, weil sie zu langsam sei. Und hat sich bedankt und gesagt ich müsste mich doch nicht entschuldigen. Diese Frau verdient Respekt weil sie kein Mitleid will und sich selber gar nicht in diese Position stellt. Sie entschuldigt sich für sich selbst, obwohl sie es nichtmal bräuchte. Das tat mir so im Herzen weh und gleichzeitig war ich glücklich einen solchen Menschen getroffen zu haben.

Madita

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