Wenn das Licht angeht

Dann bin ich Nackt. Ehrlich. Ohne Fassade. Nur ich. Wenn das Licht angeht, dann bin da ich. Mitten im Scheinwerferlicht.
Mein Blick schweift durch die Menge,
sucht etwas zum festhalten, doch findet nur eine Enge.
Denn dieser Spot ist klein, nur ich allein passe herein.
Und will ich heraus, ist da nur das grelle Licht,
es nimmt mir die Sicht und geht nicht aus.

Wenn das Licht angeht, dann bin da nur ich.
Allein und doch mit mir zusammen.
Und das ist schon mal was, denn wenn ich bei mir bin, bin ich unbefangen.
Fühle mich wohl, mit mir an meiner Seite,
ich brauch nicht zu zweifeln, denn mein Ich sucht nie das Weite.

Wenn das Licht angeht, dann bin da ich.
Mit funkelnden Augen, stolzem Blick, gibt es nur mich.

Mich als Mensch. Ich werde geformt. Jeden Tag.
Von anderen Menschen und mir selber, solange bis mich jeder ein wenig mag.
Ich kann nicht immer entscheiden, wer zu meiner Entwicklung beiträgt,
oder wer sich still und heimlich, ein Stück von mir absägt.
Ich werde beeinflusst. Durch Models,
durch Freunde und Fremde, Döner und McDonalds.
Ich lasse mich beeinflussen, von Wahrheiten und Lügen.
Die plötzlich da sind und genügen,
dass ich mich schlecht in meinem Körper fühle,
und ich mich dann befinde, wie in einer Mühle,
Eine Mühle, die alles zermahlt, zerstampft,
ohne widerstand von mir, ohne einen wahren Kampf.

Wenn das Licht auf mich gerichtet ist und ich im Spot stehe,
dann erkenne ich nichts, das Licht ist so grell, sodass ich sie nicht sehe.
Ich würd zu gern wissen, was sie denken,
wobei sie mir wahrscheinlich nicht besonders viel Aufmerksamkeit schenken.
Wie wirke ich, wie sehe ich aus, wie schätzen mich Fremde ein.
Und doch zählt am Ende nur wie ich mich sehe, nur das allein.

Und wenn man das bedenkt, ist doch alles ganz einfach.
Ich lass mich selber einfach ich sein. Lass keine Ängsten und Zweifel mehr in mich hinein.
Was andere denken könnten, wenn ich das neue Oberteil trage,
das doch eigentlich gar nicht zu mir passt und ich es deswegen einfach wage.
Wenn ich laut singe, weil es mir Spaß macht und gut tut
und es egal ist, dass ich dabei schrecklich klinge, denn ich habe den Mut,
den Mut so zu tanzen, wie es mir gefällt,
und mich gut dabei zu fühlen, und alles andere zerschellt,
dann rede ich so, wie es für mich richtig ist.
und ich lache viel und laut, wie habe ich das nur vermisst.

Und dann steh ich da.
Bin einfach nur ich. Ich und mein Licht
Und jetzt ist alles klar,
ich mag mich.

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