A book like this

Zu meinem Geburtstag habe ich von einer ziemlich guten Freundin ein Tagebuch für mein Auslandsjahr bekommen. Mit der amerikanischen Flagge^^ Nun gut, so wie der Zufall es will kommt ja immer alles anders als man denkt. Aber darauf will ich nicht hinaus. Das Buch. Ich war schon immer der Typ, der Tagebuch schreiben gut fand und es auch hin und wieder mal tat, aber eher gezwungen und sehr klischeehaft. Hier habe ich angefangen, zu schreiben was in mir vor geht. Nicht unbedingt was ich erlebe, denn dazu habe ich diesen Blog, sondern was ich für Gefühle, Gedanken und Ängste habe. Und das nieder zu schreiben, rettet mir erstens viele Nächte in denen ich jetzt schlafe anstatt wach zu sein und zweitens werde ich wenn ich „erwachsen“ bin mit Sicherheit lächelnd an die Zeit zurück blicken wenn ich diese Dinge lese die mich in den Monaten hier beschäftigt haben. Ein Buch wie dieses ist viel mehr als ein Buch für mich geworden. Ich hab es immer dabei, und immer wenn ich etwas in meinem Kopf habe, schreib ich es auf. Einkaufslisten, Wunschzettel, Studiengänge mit ihren Vor und Nachteilen.. alles eben. Ich hätte niemals gedacht, dass mir etwas Materielles so wichtig sein könnte. Aber gerade das ist es ja nicht mehr. Es ist kein Gegenstand mehr. Denn dort drin bin ich versteckt. Und all das was in meinem kleinen Kopf herumschwirrt und unbedingt raus will. In die Welt, wo aber all die kleinen Gedanken untergehen würden, weil sie überflutet werden würden von halbnackten schiefgrinsenden Models auf Werbeplakaten, von Typen die dich im Shoppingcenter oder an der Tube Station schminken wollen (auch wenn du es ja nicht nötig hättest – Zitat), von alten Frauen, die dich im Cafe anquatschen und Geld von dir wollen oder aber von netten Nannys die dir beim Aussteigen des Buses noch winken und lächeln und du mit einem viel größeren Lächeln durch den Tag gehst. Die Gedanken können in dieser Welt einfach nicht zu Wort kommen. Dazu fehlt ihnen die Wirksamkeit oder der Mut. Oder fehlt mir der Mut. Auf dem Papier dürfen sie sich ausleben, verlassen den engen Raum in meinem Kopf und schaffen ihren eigenen.
Einen eigenen Lebensraum schaffen, in dem man selber glücklich ist, seine Mitmenschen glücklich macht und oberflächliches keinen Platz findet. Das wär doch was.

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Auch für diesen Eintrag hab ich etwas länger gebraucht, bin einfach nicht dazu gekommen, denn wenn ich mal Zuhause bin, schaue ich mich nach Studiengängen um oder falle halbtot ins Bett. Oder doch ganz tot?

Am Dienstag haben Ann Kathrin und ich uns in einem Café einen Film angeguckt wobei wir wohl eher mehr die anderen Leute unterhalten haben als der Film uns.

Am Mittwoch habe ich mich mal wieder auf die Suche nach Weihnachtsgeschenken gemacht und am Ende sind dann doch mehr Klamotten für mich raus gekommen. Die Oxfordstreet ist wirklich sehr schön geschmückt und auch in den Läden wird nur noch Weihnachtsmusik gespielt was ich total schön finde.

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Am Donnerstag habe ich mich mit Ann Kathrin getroffen und wir sind zum British Museum gefahren von dem ich ehrlicherweise auch etwas enttäuscht war, da ich erwartet hatte etwas mehr über die Britische Geschichte zu erfahren und nicht über die Römer, Griechen, Chinesen, Hexen, Japaner… Aber das Gebäude war schön 😀

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Am Freitag war das Christmasplay meines Kleinen, das wirklich zuckersüß anzusehen war. Köstlich wie die kleinen singen, tanzen und schauspielern. Außerdem habe ich eine „Berühmtheit“ gesehen. Denn da Mel B. (Spice Girls) momentan als Jurorin bei X-Factor mitmacht hat sie ihre Kinder in den selben Kindergarten geschickt. Sie saß in er ersten Reihe und meinte dann auch mitten im Stück auf die Bühne rennen zu müssen um ihr Kind zu filmen und dann mit ihrem Herzblatt rausstürmen zu müssen während die letzten Töne erklungen sind. Habe dann allerdings später gelesen, sie sei auf einem Auge blind. Das erklärt natürlich wieso sie sich vor die Kameras aller anderen Eltern stellen musste.. 😀 Danach bin ich mit dem kleinen im Bus zurück Nachhause gefahren.

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Nachmittags sind die Mama, der kleine und ich dann noch in ein Café gegangen und ich hab einen unglaublich leckeren Brownie mit Himbeeren gegessen, bei dem ich wirklich jeden einzelnen Bissen genossen habe. Da ich an beiden Abenden Babysitten musste, hab ich Abends nichts aufregendes gemacht was aber auch voll in Ordnung war, da ich noch immer etwas angeschlagen bin.

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Am Samstag war ich mit den Jungs mal wieder auf einem Playground. Und Sonntag hab ich mich dann mit Julia und Kathi im Hyde park getroffen um das Winter Wonderland zu bestaunen. Um ehrlich zu sein hatte ich eher negative Erwartungen, da viele schon vorher zu mir meinten, dass es einfach zu überlaufen und vor allem zu überteuert sei aber entgehen konnte ich mir das Ereignis trotzdem nicht. Und ich bin äußerst angetan gewesen, denn ich hab wirklich ein richtiges Heimatgefühl bekommen. Allerdings war das definitiv kein Weihnachtsmarkt, oder sagen wir mal so: Nicht nur. Denn es gab ein Bierfestzelt also Oktoberfestlike, einen Zirkus, eine Schlittschuhbahn, Riesenrad, Gruselkabinett, Wildwasserbahn, Wilde maus, Berg und Talbahn, eine Karusselbar, Millionen von Ständen und Millionen von Sicherheitsmenschen die einem immer in die Ohren brüllten: GO LEFT.

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Danach waren wir noch nach langer Suche bei einem unglaublich gemütlichen Italiener nur ein wenig Abseits von der Oxford Street essen und waren sehr happy mal nicht eine Restaurant Kette erwischt zu haben.

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Montag war ich dann etwas in Chiswick unterwegs und bin letztendlich doch noch fündig geworden. Das heißt also Weihnachtsgeschenke : CHECK! Danach bin ich noch zu Ann Kathrin und wir haben nen Film geguckt. Als die Jungs Zuhause waren, hat meine Gastmama Weihnachtsmusik angemacht und wir haben schön Glühwein getrunken und ich bin so richtig in Weihnachtsstimmung gekommen.

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Mittwoch hab ich mit Nora getroffen einem Aupair das ich bei dem Weihnachtsfest von meinem Großen kennengelernt habe und das schon seit über einem Jahr hier ist und aus Ungarn stammt. Wir haben uns super gut verstanden und sie war unglaublich lieb. Da so unglaublich schönes Wetter war bin ich wieder an der Themse zurück gegangen was sich mal wieder sehr gelohnt hat. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich meinen Schlüssel vergessen hatte, jedoch wusste ich zu dem Zeitpunkt noch nicht das meine Gastmama nicht zuhause war. Nachdem ich ihr geschrieben hatte, rief sie mich an aber da mein Handy mich so sehr liebt ging das Handy aus und simulierte dass der Akku alle sei. Also saß ich 1 1/2 Stunden vor der Tür, hab die Post entgegen genommen, Musik gehört (mein IPod lebt seit 6 Jahren ohne Akku Probleme!) ein wenig meine Fingernägel lackiert, sehr zu empfehlen immer Nagellack bei sich zu haben und hab am Ende dann noch ein bisschen geschlafen 😀 .

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Donnerstag war ich mit Ann Kathrin im Holland Park, der viel viel schöner war als ich erwartet habe. Das Wetter hat auch einigermaßen mitgespielt und wir waren uns einig im Sommer auf jeden Fall wieder zu kommen.

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Ich hoffe wir sind jetzt nicht allzu verstrahlt..

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Heute hatte der Kleine schon frei und ich hab somit den Tag Zuhause verbracht bzw war ich Nachmittags mit beiden Jungs wieder beim (laut ihnen) „Magischen“ Spielplatz.

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Madita

Stell dich..

allem was das Leben bietet. Stell dich, damit du sagen kannst, dich gestellt zu haben. Und nachdem du dich gestellt hast, und alles durchgemacht hast, nachdem du geweint und bedauert hast, vermisst und verzweifelt warst, dann wirst du sagen können ich weiß was ich schätze. Ich weiß, was ich habe. Ich weiß, was ich will. Ich glaube man muss sich Herausforderungen im Leben stellen. Um bei späteren Herausforderungen besser, überlegter und weiser reagieren zu können. Herausforderungen haben nur etwas mit dir zu tun. Du lernst von dir, über dich und für dich. Und darauf kannst du stolz sein. Ich wurde mal gefragt, auf was ich stolz bin. Natürlich meine kleine Schwester, wenn sie etwas schafft, meine Cousinen wenn sie mir begeistert von einer guten Note erzählen, meine Eltern wenn ich sehe wie sie etwas für ihr persönliches Glück tun, meine Großeltern wenn sie Zeit mit ihren Enkeln verbringen und sie das zum Lächeln bringt, meine Freunde wenn sie ihre Ziele erreichen, Menschen die mir nahe stehen und etwas schaffen wofür sie lange gekämpft haben. Aber worauf kann ich stolz auf mich sein. Viele sind stolz wenn sie ihr Abi schaffen, einen Ausbildungsplatz finden, den ersten Platz machen oder am beliebtesten sind. Ich hatte irgendwie nie das Gefühl stolz auf mich sein zu können. Ich habe mir Dinge erarbeitet aber wirklich kämpfen musste ich nie für etwas. Ich habe auch für das Abi viel gelernt und mein Ziel war es auch, am Ende sagen zu können egal was ich jetzt für Noten habe ich weiß, ich habe genug gelernt. Aber stolz sein.. Ich war zufrieden mit dem was raus kam, obwohl das wahrscheinlich auch schon übertrieben wäre. Jedoch hab ich in den letzten Wochen gemerkt, dass wenn ich dieses Jahr hier schaffe und durchziehe dann werde ich etwas haben auf das ich stolz sein kann. Weil ich nicht aufgegeben habe. Weil ich mir nicht den erstbesten Flug nach Hause gebucht habe, weil mir alles so sehr fehlt. Weil ich nicht ein Jahr hatte, in dem nur die Sonne gescheint hat und in dem nicht alles jeden Tag aufregend und spannend war. Denn auch hier kehrt irgendwann der Alltag ein und man bleibt vielleicht auch mal einen Tag Zuhause, gammelt herum oder macht Studientests um sein Gehirn wach zu halten, weil man ja sonst nicht wirklich geistig gefordert wird. Das hier ist auch nur ein Leben wie in Deutschland, manchmal schwieriger und öde und manchmal einfacher und schöner. Die Probleme aber bleiben gleich, sie betreffen einen hier nur viel mehr. Weil man angreifbarer ist, weil man ungeschützter ist, weil man alleine ist.

Ich muss ehrlicherweise zugeben, dass ich etwas aus meiner wöchentlichen Routine rauskomme.. Aber dafür jetzt einen umfangreichen Beitrag von den letzten beiden Wochenenden die gar nicht so unglaublich spannend waren 😀

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Am Freitagabend habe ich mich mit Monique in einem Pub getroffen, das echt super cool aufgebaut war. Unten typisch englisches Pub und oben Dachterasse mit weihnachtlicher Deko und Heizpilz. Und leckeres Erdbeerbier gabs da auch! Ich hab mich leider schon unter der Woche ziemlich erkältet gehabt und war deswegen auch an dem Abend etwas angeschlagen. Am Samstag hab ich wieder ein paar Stunden auf die Jungs aufgepasst und war mit dem kleinsten dann noch auf der Highroad ein super Ritterschild kaufen, mit dem er uns beide auf dem Rückweg natürlich vor allen Ungeheuern geschützt hat. Am Sonntag bin ich dann ins Westfield gefahren um endlich ein paar Weihanchtsgeschenke zu besorgen und das Wetter zudem unglaublich schlecht war. Das war aber definitiv ein Fehler, denn außer mir hatten so ungefähr noch 2 Millionen andere Menschen dieselbe Idee und irgendwann hab ich mich einfach entnervt auf eine Bank gesetzt und der etwas gewöhnungsbedürftigen Live Musik zugehört und auf Ann- Kathrin gewartet mit der ich dann doch noch ein paar entspannte Stunden verbracht habe. Ich dachte wirklich nur die Amerikaner würden es mit der Dekoration an Weihnachten übertreiben aber die Engländer sind nicht wirklich besser.

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Am Montag war ich bei Julia und ich hab endlich ein paar richtige deutsche Weihnachtsplätzchen essen können, denn ihre Großeltern haben ihr ein riesen Paket geschickt, das sie auf keinen Fall komplett alleine vertilgen konnte. Wir hatten mal wieder ein paar sehr sehr schöne Stunden, die leider viel zu schnell umgehen.

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Für Ende November ist wirklich nur unglaublich tolles Wetter und auch überhaupt nicht kalt! Da bin ich sehr sehr froh drüber, denn wenn die dunklen Tage kommen, sinkt meistens auch die Stimmung und die Motivation Dinge zu unternehmen.

Am Dienstag sind Ann- Kathrin und ich nach Hammersmith gefahren und haben dort ein paar Dinge erledigt. Ich bin wirklich froh, dass ich hier Menschen getroffen haben, die ich zu meinen Freunden zählen kann. Natürlich kenne ich sie noch nicht wirklich lange, aber hier, dort wo man ganz alleine ist, braucht es nicht lang eine Freundschaft aufzubauen. Man merkt ziemlich schnell, ob es passt oder nicht und wenn es passt geht alles viel schneller als es vielleicht in der Schulzeit gegangen wäre. Man redet schneller und offener über vertraute und private Dinge, weil man Oberflächlichkeit hier am Wenigsten braucht. Man braucht Menschen, die dasselbe durchmachen, mit denen man Dinge teilen kann und denen man vertrauen kann. Denn sonst wird man ganz schnell traurig und einsam. Und das ist mit Sicherheit nicht das, was man sich wünscht. Am Dienstagabend haben wir uns wieder getroffen, ziemlich spontan aber das ist bei uns beiden normal geworden, da wir sehr nah aneinander wohnen. Und das ist ein weiterer Punkt den ich hier sehr schätze und der hier sehr selten ist. Spontanität. Mal eben auf nen Kaffee.

Am Mittwoch sind wir beide, weil das Wetter ziemlich schlecht war, zum Natural History Museum gefahren, wobei ich der Ansicht war es sei das National History Museum, das allerdings nicht existiert. Dort war es auch ganz nett, aber ich muss ehrlicherweise gestehen, dass es mich nicht so sehr begeistert hat. Dafür war das Gebäude sehr schön anzusehen 😀 Und wir haben, obwohl wir es nicht wussten eine Berühmtheit getroffen. Den bekannten Naturfilmer, Richard Attenborough. Der hat sein neues Buch signiert und wir haben nachdem wir zum Beginn der langen Schlange gegangen sind auch ein kleines Foto von dem anscheinend sehr bekannten Mann erhalten können.

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Als ich zurück gefahren bin, stand wieder ein sehr berührender Spruch an der Tafel meiner Tube Station.

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Am Donnerstag bin ich bei ursprünglich sehr schönem Wetter an der Themse entlanggelaufen und hab später noch mit meinem Schwesterherz, das an diesem Tag Geburtstag hatte und meinem Papa geskypt. Das hatten wir vorher leider noch nie geschafft und ich hab es wirklich sehr sehr genossen.

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Freitag war ich mit Annkathrin wieder in Hammersmith um beim Berliner Döner Stand erneut ein Heimatgefühl zu verspüren und natürlich meinen hungernden Magen zu füllen, was mir sehr gut gelungen ist. Auf dem Rückweg sind wir nicht wie üblich die Highstreet entlanggelaufen sondern den Themsenweg, der eindeutig sehenswerter war.

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Außerdem haben wir uns köstlich über eine Handyapp amüsiert und damit auch den gesamten Freitagabend bei ihr Zuhause verbracht.

Am Samstag war ein Winterfest von der Schule meines großen Jungen, das wirklich unglaublich war. Ich konnte meinen Augen kaum trauen, als wir zum Termin mit Santa in einen glitzernden und glänzenden Raum gebeten wurden und vor uns Santa und die Snow Queen von „Let it go“ saß.

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Auf dem ganzen Gelände gab es Stände, Zuckerwatte, Popcorn, Bullenreiten, Karussel, eine Lostrommel und zum Krönenden Abschluss ein riesiges legendäres Feuerwerk. Ich staunte nicht schlecht, weswegen mich mein großer sicherlich auch fragte ob das mein erstes Feuerwerk sei und ob es sowas bei uns in Deutschland nicht gebe. Also so eins gabs an unserer Schule nicht, aber an unserer Schule war ja auch nicht Robert Pattinson 😀

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Abends habe ich den beiden Rackern dann noch etwas vorgelesen und hatte dann noch einen entspannten Babysitter Abend.

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Gestern hab ich mich mit Julia wieder einmal im Westfield getroffen, aber diesmal um ins Kino zu gehen und den lang ersehnten Film Mockingjay zu sehen. Ich hatte erst ein bisschen die Befürchtung ich würde es auf Englisch aufgrund der Ausprache nicht so gut verstehen aber es fiel mir wirklich leicht und ich war so begeistert, dass ich ihn am liebsten gleich nochmal gesehen hätte. Zum Abschluss sind wir dann noch zu einem Brasilianer gegangen, der wirklich unglaublich toll dekoriert aussah auch wenn die Bedienung etwas merkwürdig war. Das Essen war einsame spitze und wir wissen jetzt auch wenn spicy draufsteht, ist auch superspicy drin.

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Heute ist das Wetter leider sehr bedeckt und eklig, weswegen ich die Zeit genutzt habe um Weihnachtskarten und diesen Eintrag zu schreiben.

Here I am

Hier bin ich. Ich, so wie ich nie zuvor war. Ich zu sein und fast ohne sein gewohntes Umfeld sich weiter zu entwickeln bedeutet einfach ungehemmter sich zu verändern. Da muss man sich erst mal dran gewöhnen, aber dann ist es aufregend. Rauszugehen ohne geschminkt, gestylt oder geduscht zu sein (aber keine Sorge ich achte dennoch weiterhin auf meine tägliche Hygiene). Aber es interessiert hier einfach keinen wie du rumläufst oder wie du dich verhälst. Und das ist befreiend und aufregend. Ich weiß, dass ich noch lange nicht an dem Punkt bin, an dem ich sagen kann, dass es mir egal ist was die Leute über mich denken. Aber ich lerne langsam, dass die Leute sich hier einfach nicht Gedanken über mich machen. Sie führen Streitgespräche in der Tube, telefonieren lautstark an der Supermarktkasse oder singen zu ihren Lieblingsliedern im Bus mit. Hier in der Stadt kennt man sich nicht und man hat auch kein Interesse sich kennenzulernen. Wenn ich morgens im Schlafanzug eine gefühlte halbe Stunde den Müll vor der Tür sortiere und Nachbarn aus ihren Häusern kommen, werfen sie mir nicht einmal einen Blick zu. Man kennt sich hier nicht und kann sich eigentlich auch nicht kennenlernen weil es ja nicht mal an den Klingelnschildern Namen gibt 😀
Es hat eben alles seine Vor- und Nachteile. Aber vermissen tue ich die gierigen und extrem neugierigen Blicke unserer Nachbarn in Deutschland nicht, die mit ihrem Fahrrad am Auto anhalten, wenn der Kofferraum mal offen ist.

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Nun ist es Freitag und das nächste Wochenende steht schon vor der Tür. Aber erst einmal fange ich an von letzter Woche und letztem Wochenende zu berichten.
Am Mittwoch den 12. hab ich mich mit Ann- Kathrin getroffen. Ein Au Pair was frisch nach Chiswick gezogen ist und ganz zufällig auch aus Hannover kommt. Wir haben uns auf Anhieb super verstanden und sind während wir uns lange unterhalten haben bis zum Leicester Square gefahren und dann zum Covent Garden gegangen.

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Donnerstagabend hab ich gebabysittet und endlich den superromantischen Film Notting Hill gesehen 🙂

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Am Freitag hab ich mich wieder mit ihr getroffen und mit Mara, einem weiteren Aupair. Nach einem weihnachtlichen Kaffee musste die leider ihre Kids abholen und Ann Kathrin und ich sind weiter nach Hammersmith gefahren wo ich seit gefühlten 10 Jahren mal wieder einen unglaublich leckeren deutschen Döner an einem Berliner Döner Stand mit deutschsprachigen Dönermännern gegessen habe.

Abends war ich dann mit Caro (die kommt übrigens auch aus Hannover 😀 ) das erste Mal am Picadilly Circus feiern. Zum Glück kannten wir ein Au Pair was jetzt als Promoterin arbeitet, durch die wir Freien Eintritt und einige freie Getränke hatten, sonst wären wir nicht mit 2 Pfund davongekommen. Was da so rumgelaufen ist, war wirklich besser als jede Unterhaltungsshow. Omis und Opis die ihren Walzer ausgepackt haben und ab 11 dann rausgeschickt wurden. Jungesellinnen Abschiede, Boots, Ballerinas, mega Highheels, und Menschen die Gürtel als Röcke trugen. Die Engländer haben manchmal wirklich einen sehr speziellen Geschmack und besonders eine sehr interessante Ansicht vom eigenen Körper. Aber gut dann quetscht man sich eben mit 42 in ein Bauchfreies Top in Größe 36.

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Am Samstag hab ich Nachmittags auf die Jungs aufgepasst und nachdem endlich die Sonne rauskam, hab ich nach langem Überreden auch die beiden Racker rausbekommen. Wir sind dann zum Ravenscourt Park gegangen (die beiden Jungs natürlich mit ihren ultra coolen Scootern). Danach gabs noch einen Abstecher in ein Café das Cupcakes verkauft, die wir dann mit Nachhause genommen haben.

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Am Sonntag hab ich mich mit Julia im Westfield getroffen um einige Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Leider wurde daraus nicht so viel, da mich die Klamottenläden irgendwie mehr gereizt haben und deswegen hab ich mein Geld eher dafür ausgegeben. Aber keine Angst, die Weihnachtsgeschenke werden darunter nicht leiden.

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(Es gibt dort sogar eine kleine Eisbahn!!!)

Abends habe ich mich noch mit einem spanischen Aupair zum Tapas essen verabredet. Da ich sie schon einige Wochen nicht gesehen hatte, hatten wir uns viel zu erzählen und somit nahm das Wochenende einen sehr gelungenen Abschluss.

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Am Montag war ich mit Caro in Shoreditch weil wir uns unbedingt noch einen Markt angucken wollten. Es war auch wirklich sehr schön und ich hab einen sehr schönen Schal erstanden, weswegen ich schon des öfteren beneidet wurde 😀

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Außerdem haben wir einen riesigen Vintage Laden entdeckt von dem ich so überrascht war. Es war eher eine Halle mit bestimmt über tausend verschiedenen Taschen, hunderten Schuhen, Jacken, Kleidern, Hosen. Alles was früher mal getragen wurde und jetzt wieder in Mode kommt.

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Als ich an meiner Tube Station ausgestiegen bin, hab ich dieses Schild gesehen und mich wirklich gefreut was es doch für liebe Menschen auf dieser Welt gibt, die einem den Tag verschönern.

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Mittwoch hab ich mich wieder mit Mara und Ann- Kathrin getroffen und wir sind mit der Tube bis Earls Court gefahren und von da aus zur Kensington High Street gelaufen. Haben uns viel erzählt und nebenbei ein bisschen gebummelt. Mittags haben wir im Spaghetti House gegessen und danach sind wir noch zum Kensington Palace, der sich im Kensington Garden befindet, gegangen. Mein Gastpapa hatte schon gesagt, dass dieser Teil der dann in den Hyde Park übergeht eigentlich der schönste sei. Ich kann das noch nicht beurteilen aber schön war er auf alle Fälle, und Spaß hatten wir auch!

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Gestern hab ich mich nochmal mit Ann- Kathrin getroffen und wir sind ein wenig an der Themse lang spaziert, die ja nur wenige Minuten zu Fuß von unserem Zuhause entfernt liegt. Das Wetter war einfach wunderbar und wir konnten selber kaum glauben, dass es schon bald ende November ist.

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Madita

SO soll es bleiben.

Es soll so bleiben wie es ist, wie es mal war, wie es sein wird. Wir wünschen uns oft den Moment festzuhalten, ihn immer und immer wieder zu erleben, ihn nie aus unserem Gedächtnis zu verlieren. Diesen Moment. Den wir für einzigartig halten. Der einzigartig ist. Weil wir ihn eben nur einmal erleben. Momente dieser Art erlebe ich hier oft. Hier an einem Ort, der langsam zu meinem Zuhause wird. An dem ich mich wohl fühle. Aber wie groß ist dieser Ort. Beschränkt er sich auf mein Bett, mein Zimmer, das Haus in dem ich lebe, der Stadtteil, die Stadt, das Land. Ich würde sagen, mein Ort ist mein Leben. Mein Ort ist unbegrenzt, zumindest flächenmäßig. Mein Ort ist fest und klar definiert in meinem Kopf,. Es gibt nicht nur den einen Ort. Menschen, Tiere, Dinge, Erfahrungen erweitern und verkleinern diesen Ort und machen ihn zu meinem eigenen. Der perfekt zu mir passt. Als Kind habe ich den Ort an dem ich mich wohlfühle oft mit meinem Zuhause verbunden. Je älter ich wurde, desto öfter hab ich gemerkt, dass es auch noch andere Orte gibt an denen ich mich unglaublich wohl fühle. Bei meiner besten Freundin, bei Oma und Opa, an einem schönen Ort. Und jetzt in London. Menschen helfen dir dich an Umstände zu gewöhnen und im Endeffekt sind sie es die einen Ort schaffen, an dem du dich wohlfühlen kannst.

Kurz vor dem Wochenende habe ich mich noch mit Caro zum Mittagessen getroffen. Wir haben uns super gut unterhalten ich hatte ein unglaublich leckeres Nudelgericht 🙂
Abends bin ich dann zu Moni gefahren weil deren Gastmama für ihre Mädels aus dem Bookclub gekocht hatte und sie Moni angeboten hat Freundinnen einzuladen. Wir hatten einen sehr schönen Abend mit viel Pims.. Und ich hab noch ein weiteres deutsches Aupair kennengelernt, das ich echt sehr sympathisch fand. Ich hab bei ihr geschlafen und am nächsten Morgen sind wir, nachdem wir genüsslich ausgeschlafen haben nach Wimbledon gefahren, was nur 15min mit dem Bus entfernt ist, und sind ein bisschen shoppen gewesen. Ich brauchte unbedingt eine Winterjacke und bin bei TK-Maxx auch fündig geworden! Außerdem waren wir in Second Hand Läden (die hier um Welten besser sind als in Deutschland) und auch sehr billig im Gegensatz zum Rest in London und hab mir dort 2 One Tree Hill Staffeln für insgesamt 7€ gekauft. Und dann kam endlich der Samstagabend, auf den ich mich schon die ganze Woche gefreut hatte. Denn endlich stand ein Skype Date mit meinen Großeltern, meiner Tante, meinem Onkel, und meinen zuckersüßen kleinen Cousinen an. Am Anfang war ich gefühlsmäßig total überfordert, weil ich darauf einfach schon so lange gewartet hatte aber nachdem die Aufregung vorbei war, konnte ich die Zeit genießen. Ich hab viel erzählt und wir wurden auch super von meinem kleinen Jungen unterhalten, der sich sehr mit Schweinen verbunden führt und somit das Grunzen als einen Standardton abspielen lässt 😀 Wir hatten sehr viel Spaß und ich fands sehr schade, wie schnell die Zeit doch umging. Dieses Skypen hat mich unglaublich glücklich gemacht und ich glaube ich habe danach alle mit meiner guten Laune total genervt, aber was ich jetzt definitiv weiß, es stärkt mich..

Abends hab ich dann nur noch gebabysittet und mir natürlich gleich die One Tree Hill Staffeln angeguckt 😀 und am Sonntag hab ich mich mit Monique in Notting Hill getroffen, wo wir uns bei strahlendem Sonnenschein den Portobello Market und viele weitere süße Lädchen angeschaut haben.

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Gestern war ich mit Caro und Nathalie (ein weiteres deutsches Aupair) beim Tower Hill. Bis wir allerdings zu dem Ort gelangen konnten, mussten wir einen wirklich schönen „Umweg“ gehen, entlang der Themse bei Sonnenschein 🙂

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Dort gibt es seit einigen Wochen ein „Kunstwerk“ anzusehen, dass ein Künstler in Gedenken an alle gefallenen Soldaten im ersten Weltkrieg geschaffen hat. Jede Poppy (Papierrose) steht für einen gefallenen Soldaten.. Parallel kann man für die Organisation spenden und erhält solch eine Rose als Anstecker. Hier in London gibt es kaum noch Menschen, die keine Rose tragen. Solch eine Massenbewegung, mit einem so wichtigen Hintergrund habe ich noch nie gesehen. Man fühlt sich verbunden und in einer Gemeinschaft, weil man immer Menschen begegnet, die diese Rose tragen. Heute endet die Ausstellung und ich bin wirklich sehr froh, dass ich noch einen Blick zwischen den Menschenmassen hindurch erhaschen konnte.

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Nachdem wir uns aus dem Getümmel der Menschen wieder rausfinden konnten, sind wir noch in Richtung Shoreditch gelaufen und hatten viel Spaß.. 😀
Das Wetter hier ist sehr anders als in Deutschland, weil es so unberechenbar ist. Oft ist es morgens bis mittags total schön, mit blauem Himmel und kaum einer Wolke und dann bezieht sich der Himmel innerhalb von Minuten und es beginnt zu regnen. Man merkt schon, dass so langsam der Winter kommt, allerdings wird es hier lange nicht so kalt wie in Deutschland.

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Just give me a reason..

..to stay. Was hätte ich gemacht, wenn ich nicht durch Zufall eine unglaubliche liebe Mutter kennengelernt hätte. Wie lange kann man Dinge tun, die einen unglücklich machen. Wie lange kann man sich selber zurückstecken um andere Menschen zufrieden zu stellen. EGOISMUS. Ich bin vielleicht eine Egoistin gewesen, als ich letzte Woche meiner Gastfamilie gesagt habe, dass ich denke es sei besser die Familie zu wechseln. Egoistisch, weil ich nicht an die Familie gedacht hätte. Habe ich aber. Das alte Aupair war noch immer da und wird nun auch noch bis Februar bleiben. Die Kinder haben sich noch nicht allzu doll an mich gewöhnt und der Monat für den ich bezahlt wurde, war gerade vorbei. Es kam mir richtig vor, ihnen das zu sagen was ich schon oft angedeutet hatte. Besonders als ich nach dem Edinburgh Wochenende Nachhause kam, merkte ich, dass sich etwas tun musste, Ich hab mich so unglaublich unwohl gefühlt, dass ich die meiste Zeit versucht habe, draußen zu verbringen..

Durch Schicksal und definitiv Glück bin ich jetzt in einer Familie in der ich mich unglaublich wohl fühle. Ich kann hier einfach so sein wie ich bin. Mit meinem Humor, mit meiner offenen Art und mit meinem vielen Reden. Und ich muss nicht den Anschein erwecken perfekt zu sein. Ich kann es eigentlich noch gar nicht selber fassen, was für ein Wahnsinns Glück ich hatte und bereue es deswegen auch keinesfalls dass ich erst in der anderen Familie war. Denn sonst hätte ich die Mama auf dem Playground niemals kennengelernt.

Am Freitagmorgen war es endlich soweit und ich bin in mein neues Zuhause gezogen. Am Abend war Halloween und die Mama und ich sind mit den beiden Jungs Twick und Tweeten gegangen was unglaublich amüsant und witzig war.

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Abends kam dann auch der Papa nachhause und wir haben noch einen ehr schönen Abend gehabt. Ich hab es so sehr genossen, wieder in einer Familie zu sein in der man das Gefühl hat man gehört dazu. Am Samstag sind wir dann alle zusammen in einen Park gegangen und waren danach Mittag essen wobei ich quasi dazu überredet wurde Austern zu probieren, ohne das mir gesagt wurde, dass die noch leben! Eine hat mir dann gereicht und der Papa meinte, den Punkt (Austern essen) könnte ich jetzt von meiner Bucket List streichen. Ich aß an diesem Tag einfach das leckerste Dessert aller Zeiten. Warmer Schokokuchen in dem innendrin die Schokoladencreme flüssig war und dazu eine Kugel Vanilleeis. Die beiden Jungs sind wirklich unglaublich lieb und ich hab sie sofort in mein herz geschlossen. Der größere von beiden (6 Jahre) hat mir erst mal Schach beigebracht, wobei ich erst dachte er will mich veräppeln 😀 Und danach noch ein Klavierstück 🙂

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Am Sonntag bin ich dann mit drei anderen Aupairs wovon ich allerdings nur eins kannte nach Oxford gefahren. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ein bisschen enttäuscht von der Uni war, da wir gedacht haben, es gäbe ein richtiges Hauptgebäude mit einem schönen Eingang. Die Realität sah dann anders aus. Denn die Universität ist unterteilt in viele Colleges die in der ganzen Stadt zu finden sind. Oxford ist unabhängig davon trotzdem eine Reise wert, da die Gebäude unglaublich historisch aussehen und somit die ganze Stadt definieren.

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Wir alle haben uns echt wahnsinnig gut miteinander verstanden und ich bin echt froh, dass es auch hier in London ein paar nette Mädels gibt 🙂 apropos nette Mädels, mit einem sehr lieben Mäuschen habe ich meinen Dienstag verbracht. Moni ist wirklich die Hauptattraktion, so wie sie sich selber gern bezeichnet haha. Wir hatten so ein super tolles Sommer/Herbst Wetter, dass wir den Tag im Wimbledon park verbrachten.

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Das Lied von Andreas Bourani hat sehr gut zu meiner Situation vor dem Wochenende gepasst.. :

Brauchst du einen Mensch, der an dich glaubt
Der dich hällt und dir vertraut
Der deinen Worten Glauben schenkt
Dich in deine Richtung lenkt

Brauchst du einen Blick, der dir Hoffnung gibt
Der dir sagt, dass es weiter geht
Dass hinter`m Ende jemand steht
Und dich kommen sieht

Was tut dir gut, wo gehörst du hin
Weißt du, wo deine Wege sind
Kannst du dich finden, so wie ein Kind
Das nicht sucht, sondern beginnt

Was tut dir gut, wo gehörst du hin
Weißt du, wo deine Wege sind
Kannst du dich finden, so wie ein Kind
Das nicht sucht, sondern beginnt

Brauchst du ein Zeichen, ein kleines Licht
Vielleicht einen Freund, der mit dir spricht
Brauchst du ein Wunder, das dich heilt
Oder brauchst du einfach Zeit

Wohin würdest du gern gehn
Und was würdest du erzähln
Vielleicht würd` ich dich verstehn

Was tut dir gut, wo gehörst du hin
Weißt du, wo deine Wege sind
Kannst du dich finden, so wie ein Kind
Das nicht sucht, sondern beginnt

Madita

Out of my mind

So war dieses Wochenende. Einfach mal rauskommen. Raus aus London, England. Raus aus allem. Raus aus den eigenen Gedanken. Raus aus den Ängsten. Aus den Wünschen. Aus allem. Wie oft wollen wir das, wünschen es uns aber tun es einfach nicht, obwohl es uns helfen würde. Helfen würde, wieder Klarheit zu sehen und unseren Kopf klar zu kriegen. Wie oft schwirren Millionen von Gedanken in unserem viel zu kleinen Kopf herum. Gedanken die wir gar nicht sortieren können, weil sie einfach zu viele sind. Wie Sandkörner am Strand, die wir einfach nicht zählen können. Wie Mücken in der Nacht, die wir selbst im Schlaf nicht vergessen können. Aber nur weg fahren und was anderes sehen, hilft nicht immer. Abschalten. Für jeden bedeutet das etwas anderes. Manche wollen das für sich allein tun. Manche brauchen dazu Menschenmassen um sie herum. Manche müssen reden, über ihre Gedanken und manche schweigen und begraben die Gedanken gedanklich. Aber egal was man macht, jeder weiß sie werden wiederkommen. Diese Gedanken. Ob es nun gute oder schlechte sind. Ich wünschte ich würde mir nicht so viele Gedanken machen. Einfach alles auf mich zukommen lassen aber das wäre dann irgendwie nicht ich.
Ein Monat voller Gedanken, ein Monat in einem anderen Land. Ein Monat den ich jetzt schon hier verbracht habe.

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Vor dem Wochenende war ich noch mit dem alten Aupair, den beiden Kids und einer Freundin im Wetland. Ein „Park“ (mit unglaublichen Preisen) aber einem wunderschönen Naturschutzgebiet mit dem Gefühl wieder auf dem Land zu sein. Heimat zu spüren. Das Wetter war dazu auch noch unglaublich schön, weswegen wir den Tag sehr genießen konnten.

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Am Donnerstag sind die beiden Kinder und ihre Mama dann nach Deutschland geflogen und ich hatte frei. somit bin ich Abends zu einem Au Pair gefahren, dass ich auch über Facebook kennengelernt habe. Und wir hatten einen wirklich unglaublich schönen Abend. Ihre Gasteltern waren so herzlich und lieb und haben mich gleich total nett aufgenommen und wir haben zusammen gegessen.  Am Freitag hab ich mich gleich nochmal mit ihr getroffen und Abends bin ich dann nach Edinburgh gefahren. Bis ich endlich und in letzter Minute doch noch den Bus bekommen hab, ging es ziemlich dramatisch zu. Eigentlich wollte ich mich mit dem spanischen Aupair, mit dem ich zusammen gefahren bin, um zehn vor der Underground Station in Victoria treffen. Hätte auch super geklappt, wenn die Tube wie normalerweise zwanzig Minuten und nicht wie an dem Abend über eine Stunde gebraucht hätte. Ich bin in der Tube schon fast vor Verzweifelung gestorben, bin dann viertel nach 10 (da sollten wir eigentlich schon beim Bus sein) angekommen und musste dann noch zur Coach Station laufen. Da ich total aufgelöst war und außerdem keine Ahnung hatte wo ich lang muss hab ich mit Sicherheit tausende menschen gefragt, die mir aber alle irgendwie einen anderen Weg beschrieben hatten. Wie eine Irre bin ich dann durch die Straßen gelaufen und hab letztendlich dann als letzte den Bus erreicht. Somit war die Platzauswahl auch sehr gering und ich durfte neun Stunden in der letzten Reihe bei einer Temperatur von gefühlten 40 Grad eng aneinander gekuschelt mit zwei Fremden verbringen ..

Angekommen in Edinburgh, war es KALT. So wie erwartet und ich war froh für die dicken Pullis und meine ultimative Wind-Regenjacke.

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Zuerst waren wir schön typisch Britisch frühstücken.

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Um elf hatten wir dann eine Free Tour die circa 3 Stunden ging, mit einem super witzigen Guide der alles viel interessanter machte. Wir waren an der Highschool das J.K. Rowling zu Harry Potter inspirierte, in dem Café in dem sie die Geschichten schrieb und auf dem Friedhof von dem sie Namen von den Grabsteinen in das Buch einbrachte. Und auch als NICHT Harry Potter Film fand ich das wirklich interessant. Zudem ist die Stadt einfach so urig voller Charme und jedes haus sieht anders und besonders aus.

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Vor dem Friedhof stand noch eine kleine Statue zu der uns dann eine rührselige Geschichte erzählt wurde. Greyfriars Bobby war ein Hund, der im 19. Jahrhundert durch die außerordentliche Treue zu seinem Herrchen bekannt wurde.Bobby gehörte dem Polizisten John Gray und soll nach dessen Tod den Rest seines Lebens – immerhin 14 Jahre lang – am Grab seines Herrchens auf dem Kirchhof der Greyfriars Kirk in der Edinburgher Altstadt verbracht haben. Angeblich verließ er den Friedhof nur zu den Mahlzeiten im nahe gelegenen „Coffee House“. Bobby starb dann im Alter von 16 Jahren und wurde heimlich, da eine Beerdigung von Tieren nicht gestattet ist, auf dem Greyfriars Kirkyard beerdigt.10736163_855687471137532_328029270_n

Heute gibt es dazu vor dem Friedhof auch noch eine Gedenkstätte.

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Wir waren dann auch noch auf der Burg, von wo man einen unglaublich tollen Blick über Edinburgh hat. Das wetter war auch unfassbar überraschend gut, die Sonne schien eigentlich den ganzen Tag, da konnte man die Kälte halbwegs ertragen.

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Abends waren wir dann lecker essen und danach noch ganz klassisch in einem Pub. Und ich muss sagen, das schottische Bier ist echt unglaublich lecker!

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Am Sonntag sind wir dann auf eigene Faust los.
Calton Hill liegt auf einem höheren Hügel und war früher der erste Park in Edinburgh. Der Wind war leider kaum auszuhalten und eine Japanerin konnte ihm nicht standhalten und ist zu meiner Belustigung umgeweht wurden..

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Aber der Blick war es definitiv wert.

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Abends sind wir dann zurück gefahren und diesmal waren wir extra 2 Stunden früher da, weswegen wir auch den BESTEN Platz ergattert haben! So einen Sitz hab ich noch nie gesehen, wir saßen beim Notausgang und hatten Beinfreiheit die jeden der an uns vorbei ging wundern ließ.

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Gestern Abend hab ich mich dann nochmal mit Julia getroffen, weil wir unbedingt einen Film zusammen anschauen wollten. Eigentlich eben nur den Film, aber daraus wurde dann ein Treffen aus sieben stunden. Und wir hätten bestimmt auch noch weitere Stunden quatschen können aber ich musste dann Nachhause, weil ich echt unglaublich müde war. Das war dann sicher auch der Grund weswegen ich mich ein wenig verlaufen hatte.. Aber welch ein Glück, dass es so viele nette Menschen auf der Welt gibt 🙂

Madita

Danach

I´ll take everything in this life.

Bevor ich gefahren bin, hat jemand zu mir gesagt, dass das was ich mache sehr mutig ist. Ich hab die Worte eher nicht für vollwertig genommen und lächelnd gedacht, das machen doch so viele. Und so viele können doch gar nicht mutig sein, oder? Jetzt weiß ich es besser. Auch wenn ich weiß Eigenlob stinkt, aber ich bin mutig. Weil ich alles Zuhause zurück gelassen habe und jetzt hier bin. Alleine. Und auch wenn man viele neue Leute kennenlernt, ist das was anderes. Es sind nicht die Menschen denen du dein Herz öffnest, mit denen du den Rest deines Lebens verbringen wollen würdest. Und ich weiß jetzt auch, dass ich diese Menschen hier nicht kennenlernen muss (was nicht heißt, dass es nicht passieren könnte), weil ich sie schon Zuhause habe. Der Mut, der am Anfang von allem stand, gewinnt jetzt viel mehr an Wert. Weil er mir durch schwere Zeiten hilft. Weil am Anfang alles toll und schön und neu ist und der Mut eigentlich erst dann gebraucht wird, wenn man Angst hat, wenn man sich einsam und kraftlos fühlt. Jetzt weiß ich eigentlich was Mut ist. Mut ist nicht vom Fünfer zu springen oder früher bei Klingelstreichen die Klingel zu drücken. Mut ist das was du brauchst wenn du alleine bist und etwas Neues beginnst. Mut ist so viel mehr als nur die drei Bustaben. Mut hat jeder, man muss nur den Schritt machen, um ihn zu gebrauchen.

Diese Woche ging so schnell vorrüber, dass es mich unglaublich überrascht. Am Freitag haben meine Gasteltern eine Verlobungs/Geburtstagsparty gegeben, bei der das alte Aupair und ich ausgeschenkt haben und zum Schluss noch ein wenig mitgefeiert haben. Wir alle waren dann sehr sehr spät im Bett und somit am nächsten Morgen/Mittag nicht zu allzu viel zu gebrauchen. Trotzdem habe ich mich am Nachmittag mit 3 anderen Aupairs in Waterloo getroffen. Von dort sind wir nach Shoreditch gefahren. Und wir alle hatten sofort das Gefühl eine andere Stadt zu betreten als wir die Underground Station verlassen haben. Das ist das besondere und schöne hier in London. Egal wo du bist, es fühlt sich immer anders an. Ich bin neugierig welche Bereiche ich noch alle kennenlernen werde. Dort haben wir dann in einem typisch britischen Café gegessen und es hat super geschmeckt und preislich auch seeehr zu empfehlen.

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Am Sonntag habe ich mich mit einem spanischen Aupair getroffen, mit der ich unseren Edinburgh Trip geplant habe. Wir sind eigentlich gar nicht wirklich zu der Planung gekommen, weil wir uns so viel zu erzählen hatten und uns super verstanden haben. Danach habe ich auch noch zwei Freunde von ihr kennengelernt, die ich auch sehr sympathisch fand. Nächstes Wochenende gehts nämlich nach Edinburgh. Mit dem Bus 9 Stunden von Victoria nach Edinburgh. Dort bleiben wir eine Nacht und fahren Sonntag Abend wieder zurück.

Außerdem habe ich danach noch meine liebsten Freundinnen aus Deutschland getroffen, da sie für ein Wochenende mit einem Kurs in London waren. Es war wieder so schön, ein kleines bisschen Heimat zu haben.

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Wir sind aufs London Eye gefahren, was auch in der Nacht eine Fahrt wert war. Danach sind wir noch etwas am Pier lang gelaufen und haben London in der Nacht genossen und geredet als hätten wir unendlich viel Zeit. Hatten wir natürlich nicht und sie mussten weiter, ich hab mich angeschlossen und wir sind zum Picadilly Circus gefahren, wo verhältnismäßig wenig los war.

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Heute haben wir die Ferien angefangen, in denen ich die Kids natürlich den ganzen Tag habe. Ich bin also mit ihnen zu einem der tausenden Parks/ Playgrounds gegangen, was super toll war. Besonders weil ich dort eine deutsche Mama kennengelernt habe, mit der ich mit bestimmt 3 Stunden unterhalten habe. Das tat unglaublich gut und sie hat sich auch direkt danach über Facebook bei mir gemeldet und gesagt, dass ich jederzeit für einen Kaffee und einen Hug vorbei kommen könne.

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Ich lerne hier immer wieder, dass man nicht verallgemeinern kann wer offen, wer distanziert und wer schwer zu beschreiben ist. Jeder Mensch ist anders und da kommt es manchmal gar nicht so sehr auf die Nationalität an. Vor einigen Tagen habe ich beim Aussteigen aus der Ubahn ausversehen eine englische ältere Dame angerempelt. Ich hab sie schlichtweg nicht gesehen und mich gleich entschuldigt. Da klingt sie ganz entsetzt und entschuldigt sich, dass sie mich behindert hätte, weil sie zu langsam sei. Und hat sich bedankt und gesagt ich müsste mich doch nicht entschuldigen. Diese Frau verdient Respekt weil sie kein Mitleid will und sich selber gar nicht in diese Position stellt. Sie entschuldigt sich für sich selbst, obwohl sie es nichtmal bräuchte. Das tat mir so im Herzen weh und gleichzeitig war ich glücklich einen solchen Menschen getroffen zu haben.

Madita